13/3 Pizza-MarktDer Kunde bestimmt den Markt. Gerne möchten wir das glauben, und dass etwas dran sein könnte, das zeigt ein aktuelles Beispiel aus New York. Es geht um Domino-Pizza. Die Firma ist international tätig mit Niederlassungen allüberall, auch in unserer Nachbarschaft gibt es eine davon. Aus Neugierde haben wir damals mal einige bestellt, als die Filiale aufging, aber es war das erste und das letzte Mal: der Teig hatte die Konsistenz von Karton, der Geschmack war fade, der Belag trocken...
Offenbar waren wir mit unserer Kritik nicht allein. In andern Ländern tönte es ähnlich. Nun liest man, dass die Hersteller in New York die Kundenkritik ernst genommen und die Rezepte angepasst haben. Die Sauce wurde neu gemixt, Käse kam dazu und in den Teig wurden Kräuter eingearbeitet. Mit einer Werbekampagne wurde der Relaunch begleitet: In TV-Spots sah man, wie die Domino-Leute von Haustür zu Haustür gingen und mit Lob überschüttet wurden... und die Neuerung zahlte ich aus: Im ersten Vierteljahr hat sich der Gewinn mehr als verdoppelt.
Möglicherweise - mutmassen Beobachter - spielt die Neugierde auch hier eine Rolle, manche mögen sich gesagt haben, probieren wirs doch mal... Aber ob sie wirklich zufrieden waren und der Firma auch in Zukunft die Treue halten werden, muss sich erst noch weisen. Wichtig für uns ist es aber, zu wissen, dass Reaktionen und Feedbacks der Kundschaft offenbar doch etwas nützen und dass wir, wenn wir es richtig machen, am Markt unsere Macht wirken lassen könnten. 12/3 Energie-BalanceLeoluca Criscione, früherer Forschungsleiter bei Novartis, auf der Suche nach der ultimativen Schlankheitspille, hat eine Ernährungsberatungsstelle eröffnet, seit die Pharmafirma ihre entsprechenden Forschungen eingestellt hat. Ihr Name ist Programm: MangiaSano.
Die Quintessenz seiner Aktivitäten im Dienste einer bewussten Ernährung hat er in einem Buch zusammengefasst mit dem provokanten Titel Gesund essen und dick sterben. Ich bin dabei, mich durch das Buch zu lesen, um es in der nächsten Ausgabe unseres Magazins zu rezensieren. Ein Viertel habe ich bereits geschafft. Es liest sich leicht, ist für jedemann und jedefrau geschrieben, in einfachen Worten, mit vielen Illustrationen und grosszügiger Darstellung.
Die Botschaft - soviel habe ich bis jetzt mitbekommen - ist im Grunde einfach: es gibt keine "guten" und keine "schlechten" Lebensmittel, keine "gesunden" und keine "ungesunden"... es kommt allein auf die Menge an, die man davon verzehrt. Bringt diese mehr Kalorien (also Energie) als man verbraucht, so nimmt man zu. Dem Körper (bzw. dem Organismus) ist es schnurzegal, ob diese Energie aus "für gut befundenen" Speisen stammt oder aus Junk-Food. Und dazu gilt es herauszufinden, wieviel Energie dieser Organismus pro Tag verbrennt, ob er auf grosser oder auf kleiner "Flamme" läuft. Wenn es gelingt, die beiden Faktoren Input und Verbrauch in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen, kann nichts schief gehen.
Ich denke, so weit ist alles klar und man kann einverstanden sein... noch habe ich aber nichts gelesen über die Mechanismen der Sättigung, die wesentlich darüber bestimmen, "wieviel" wir essen; nichts zum Thema Kaloriendichte vs. Nahrungsvolumen; und auch nichts über die seelischen Komponenten, welche das Essverhalten vieler Menschen nachhaltig verändern können. Ich bin gespannt, ob das noch kommt. Die Lektrüre ist bis jetzt anregend. 11/3 Wer hat die Kokosnuss...?Das haben wir doch in unserer Jugend gegrölt und aus dem selbstgebastelten Radiolautsprecher hats gescheppert: Wer hat die Kokosnuss - wer hat die Kokosnuss - wer hat die Kokosnuss geklaut? Kokosnuss war ein exotischer Leckerbissen mit steinharter Schale, umhüllt von sperrigen Fasern, das Öffnen war ein ganz besonderes Abenteuer, oben die drei weichen Stellen, die manchmal aussahen wie ein kleines Affengesicht. Dort stach der Vater mit einer Ahle oder mit dem spitzen Abzieh-Eisen Löcher ein, aus denen dann die perlende, durchsichtig-weissliche Kokosmilch herausfloss, ehe man sich daran machte, gemeinsam das widerspenstige Ding aufzusägen. Die saftige weisse Innenschicht, das Nussfleisch, gewissermassen, war dann ein wohlverdienter Schmaus.
Heutzutage gibt es die Kokos-Stücke im Supermarkt, fein abgepackt, frei von jeder Abenteuerlichkeit. Oder man kauft die Kokosmilch in der Dose. Zu vielen asiatischen Rezepten wird sie als Zutat empfohlen. Heute hat mich eine Kundin unserer Stiftung angerufen. Sie möchte auf ihre Linie achten und hat im Regal die Kokosmilch entdeckt. Aus Thailand für die Schweiz importiert. Sie hat sie genossen, ist auf den Geschmack gekommen, aber möchte nun von mir wissen, wieviel Fett, wieviel Zucker, wieviele Kalorien diese Flüssigkeit enthält, und ob das Produkt - obwohl aus Fernost stammend - unbedenklich zum Verzehr geeignet sei.
Die Unbedenklichkeit kann man als gegeben annehmen, denn die Milch ist von der Lebensmittelkontrolle zugelassen und trägt eine BAG-Nummer. Mit den Nährwerten ist es eine andere Sache: 1 Deziliter des Nusssaftes enthält stolze 192 Kalorien, sowie 18 Gramm Fett und 2 Gramm Kohlenhydrate ( Vollmilch "nur" 69 Kalorien pro Dezi und 3,5 Gramm Fett, der teilentrahmte Milchdrink bloss 51 Kalorien bei 1,5 Gramm Fett.)
Daraus lernen wir, dass Kokosmilch - so verführerisch sie auch schmecken mag - ein hochkarätiges Genussmittel ist und keinesfaslls ein Getränk-Ersatz, wo es ja schon bei der Kuhmilch heisst, man solle sie nie gegen den Durst trinken, sondern wie eine vollwertige Mahlzeit betrachten. Und die ganze Affenbande brüllt... 10/3 Die Luft-DiätWas eine Luft-Gitarre ist und wie man sie spielt, das wissen viele, vor allem jüngere Menschen: man stellt sich vor, man halte eine Gitarre in den Händen, fingert mit der einen Hand auf deren imaginärem Hals die imaginäre Melodie und schrummt mit der anderen hand in der Luft - daher der Name - über die imaginären Saiten... und bewegt sich dazu in einem wilden Rythmus, als wäre man der Lead-Gitarrist der angesagtesten Rockband.
Was aber ist eine Luft-Diät? In Frankreich macht sie offenbar Furore: man sitzt am Tisch (oder steht beim Stehlunch) und hat einen Teller mit guten Speisen vor sich. Man lädt einen Bissen auf die Gabel, führt diese zum Mund... und verharrt einige Millimeter vor dem Mund in der Luft - daher der Name - , ohne diesen jedoch mit der Speise zu berühren oder gar davon zu kosten. Die Gabel legt den Bissen zurück in den Teller, nimmt einen neuen, mit dem das Gleiche geschieht... man "isst", ohne zu essen, man tut quasi dergleichen. Man imitiert Essverhalten.
Worin - fragt sich nun die geneigte Leserschaft - besteht denn jetzt der Untersched zum gemeinen Fasten? - Ich würde sagen: die Luft-Diät erfordert wesentlich mehr Willenskraft! Ein schmackhaftes Stück Menü vor der Nase zu haben, ohne es schwupps in den Mund zu schieben, ist eine mächtigere Versuchung als sich von jedem Essen fernzuhalten. Aber auch wenn es die Willenskräfte stärken sollte - diese Form der Nicht-Ernährung ist für die Gewichtskontrolle absolut verheerend und kontraproduktiv. Sie ist der übelste Auslöser für eine spätere Essstörung und für den Jojo-Efekt, sie ist der direkteste Weg in die Adipositas-Falle. Und an Beklopptheit wohl nur noch zu überbieten durch die sogenannte Licht-Diät, die in gewissen Sekten-Zirkeln praktiziert wird.
Einen bestimmten Nutzen kann ich in der Luft-Diät aber doch erkennen: wer sie spielerisch beherrscht und eine gewisse Virtuosität entwickelt, der kann sie in besonderen Situationen gezielt anwenden, etwa bei grossen Festessen und Parties, an denen es unschicklich wäre, die Verpflegung abzulehnen. Wer hier Luft-Diät hält, ist zwar dabei, muss sich jedoch nicht überessen. 09/3 MothersuckerBei uns war das Thema längst abgehakt. Und nun kommen - für einmal - die Amis daher wie die alte Fastnacht. Wer erinnert sich noch an die Story von dem Käser, der per Inserat nach Frauen suchte, die bereit wären, ihm ihre Muttermilch zu überlassen, um daraus Käse zu machen? Die Sache geriet zwar in die Schlagzeilen, Sektion Boulevard und Sensationen... Aber so richtig zum Laufen kam sie nie, das Projekt versandete, sowohl mangels Nachfrage als auch mangels Rohstoffnachschub.
Nun gibt es in Amerika bzw, in New York einen jungen Koch, der auf der Suche nach neuen Geschmacks-Erfahrungen auf die gleiche Idee gekommen ist. Er verarbeitet die Muttermilch seiner Frau zu Käse und verkauft diesen unter der Bezeichnung Mommy's Milk Cheese. Das Rezept dazu, sofern jemand eine grosszügige Spenderin findet, stellte er ins Internet.
Wie immer die Geschmacksnerven reagieren: ein grosses Geschäft dürfte es wohl kaum werden. Bei einer Online-Abstimmung sagten 55% der Teilnehmenden, sie würden nie und nimmer einen solchen Käse essen... 25% sagten: Warum Nicht? Und 20% sagten, sie müssten schon wissen, wer die Milchspenderin ist... Das wären dann wohl auch die, die bereit wären, den Prozess abzukürzen und das Ausgangsprodukt unter Umgehung der Käseherstellung direkt zu konsumieren... 08/3 Jamie sprichtHeute habe ich einen Link zugespielt bekommen, den ich der eBalance-Blog-Gemeinde nicht vorenthalten möchte, obwohl ich mir bewusst bin, dass dies einen Affront bedeutet all jenen gegenüber, denen die englische Sprache nicht geläufig ist.
Das Video, das hier über Internet abrufbar ist, zeigt den englischen Koch-Star Jamie Oliver bei einem Vortrag in Amerika. Oliver hat in seiner Heimat bereits Erfahrungen gesammelt mit der Ernährung Jugendlicher und möchte diese nun auch auf Amerika übertragen. Das Video dauert 20 Minuten. Man könnte zwar Untertitel dazu abrufen, aber leider gibt es keine auf Deutsch. Wer nicht Englisch versteht, dafür aber Chinesisch, Koreanisch, Ungarisch, Italienisch, Arabisch, Portugiesisch, Rumänisch oder Serbisch, der wäre gut bedient...
Eine Szene in dem lebhaften, frei vorgetragenen Referat hat mir Eindruck gemacht: Oliver schildert die Misère der Kinder-Ernährung, die in USA offenbar durch und durch mit Zucker versetzt ist (sogar gesüsste Milch ist im Handel!) und illustriert dies anhand von Würfelzucker-Mengen: Eine Tasse voll pro Tag, ein Kilo pro Woche... und um den Zuckerkonsum während den ersten fünf Lebensjahren zu demonstrieren, kippt er eine randvoll mit Zuckerwürfeln gefüllte Schubkarre (wie man sie von der Baustelle kennt) mitten auf die Bühne. Ein Schock geht durchs Publikum.
Oliver plädiert für die Rückkehr zu "natürlicher" Nahrung und zur Abkehr von Fast Food... seine Ausführungen sind konkret, provokant und bleiben haften. Wer Englisch versteht, sollte sie goutieren. 07/3 Gut Schluck!Wenn ich im Speisewagen unterwegs bin, wissen die Kellner meist schon, dass ich normalerweise einen Latte Macchiato bestelle. Auch ich gehöre zu denen, welche die aufgeschäumte Version der Schale Gold ins Herz bzw. den Gaumen geschlossen haben. Kürzlich hat mich ein Ernährungsspezialist auf das eindrückliche Energie-Verhältnis hingewiesen: ein Latte Macchiato bringt 180 kcal ins Glas, während ein normales Café Crème es - dank dem Kaffeerahm - gerade mal auf 18 kcal bringt, also zehnmal weniger!
Das muss uns, die wir linienbewusst leben möchten, zu denken geben. Aber nun hört man, dass die Firma Starbucks, die auch hierzulande wuchernd um sich greift und an allen Enden und Ecken neue Filialen eröffnet, im Heimatland dazu übergegangen ist, Eiskaffee-Becher anzubieten mit knapp einem Literl Inhalt: Trenta heisst das Produkt, weil es 30% mehr Inhalt hat als die bisher grösste Portion Venti. Gemeint sind 31 flüssige Unzen. Und da das eisgekühlte Milch-Kaffee-Mischgetränk noch reichlich gesüsst ist, müsste es eine wahre Kalorienbombe sein. Entsprechend sind denn auch viele der Vorschläge für einen neuen Namen ausgefallen. 970 davon wurden auf einer speziellen Website zusammengestellt. Allerdings lässt die Firma solche Spekulationen dementieren: ungesüsst enthalte ein solcher Riesenbecher nur gerade 5 Kalorien, und auch gesüsst komme er nicht über 200... womit wir wieder beim guten alten Latte Macchiato wären.
Das Angebot wird zurzeit getestet, die Nachfrage soll enorm sein. 06/3 Sicherer HundMan kanns aber auch übertreiben. Jeder von uns hat mit grosser Sicherheit schon mehrmals einen Hot Dog gegessen, dieses warme Wienerli, das in einem länglichen Brötchen steckt, wahlweise umflutscht von Senf, Ketchup oder Sauce Tatare, und bei dem das Hauptproblem darin besteht, dass man sich beiom vorletzten Bissen nicht das Hemd bekleckert, weil die Sauce, die sich unter dem Würstchen gesammelt hat, auf der Seite heimtückisch hervorquillt.
Nun aber lesen wir, dass die amerikanischen Kinderärzte von Sorge erfüllt sind. Die Würste hätten gerade die richtige Grösse, um eine kindliche Luftröhre zu verstopfen, wenn man sich daran verschluckt. Zugegeben, die US-Hot Dogs sehen etwas anders aus als die unsrigen, da wird das Brötchen in der Mitte geschlitzt, Senf, Ketchup oder Mayo kommen auf die Wurst, wenn sie offen zwischen die beiden Brothälften geklemmt ist. Vielleicht ist die Gefahr hier generell grösser, dass sich ein Wurst-Bissen verselbständigt. Auf jeden Fall rufen die amerikanischen Kinderärzte die Wurstfabrikanten auf, sie sollten neue Fleischformate entwickeln, bei denen die Erstickungsgefahr kleiner wäre.
Wie soll das denn aussehen? Flach und rund, so wie beim Hamburger? Länglich und breit? Oder so kompakt und kugelig wie die gute alte Frikadelle? Ernsthaft wurde vorgeschlagen, auf jeder Verpackung eine Warnung vor Verschluckungsgefahr anzubringen und die Eltern an ihre besondere Verantwortung zu erinnern, die sie Kindern gegenüber beim Hot Dog-Essen hätten... aber dagegen wehrte sich die Präsidentin des Nationalen Hot Dog- & Wurst-Rates mit dem Argument, mehr als die Hälfte ihrer Produkte gingen unverpackt vom Grill direkt zum Kunden, und bei den anderen gebe es bereits solche bildlichen Warnhinweise.
Was nun? Müssen wir nun neben den Defibrillatoren künftig kleine Hot Dog-Zangen installieren? Und was ist mir den Fischen? Wer klebt dort das Etikett auf die Schuppen: Achtung, Sie könnten sich an einer Gräte verschlucken? 05/3 Mansers RatNachzutragen ist noch die Geschichte von Herrn Manser. Bis vor kurzem einer der bestbezahlten Krankenkassen-Manager, hat er sich stets wohlwollend und lobend über die Arbeit der Schweizerischen Adipositas-Stiftung geäussert. Wenn wir dann allerdings gemeinsame Projekte besprochen haben, in deren Rahmen die grosse Kasse der kleinen SAPS ein wenig finanziell unter die Arme hätte greifen können, so verliefen diese still und leise im Sand. Wir hörten einfach nichts mehr von der Kasse.
Nun hat sich vor einigen Tagen eine Dame von einer Werbeagentur bei mir gemeldet. Sie rufe mich, sagte sie einleitend, auf Empfehlung von Herrn Manser an und ob ich einige Minuten Zeit für sie hätte. Freudig zuckten mir positive Gedanken durch den Kopf: Endlich zahlt sich das Warten aus, endlich konkretisieren sich das Lob und die Zustimmung in einer handfesten Anfrage, in einem Projekt, zu dem unser Knowhow gefragt ist. Danke, Herr Manser!
Die Frau plauderte munter weiter. Es gehe um die jährliche Kampagne für einen sicheren Schulweg, die unrter anderem von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) getragen werde. Diesmal habe man sich etwas Besonderes einfallen lassen, man wolle Klassen in Zürcher Schulen die Sujets zeichnen lassen... (Während sie sprach gingen mir verschiedenste Gedanken durch den Sinn: Spielten hier dicke Kinder eine besondere Rolle? Ging es um die Frage, ob Kids im Auto zur Schule gebracht werden sollten oder nicht? Wollte man mich einladen in die Jury, welche die Kinderzeichnungen zu begutachten hatte?)
Es sei, sagte die Dame mit freundlicher Stimme, wirklich ein wunderschönes, ein sympathisches Projekt, für das es sich sicher lohnen würde, ein Engagement zu wagen, denn der Name unserer Stiftung würde in diesem Zusammenhang mit den anderen Sponsoren genannt... - In diesem Moment machte es in mir drin klick: die Dame wollte nicht unser Wissen, sie wollte unser Geld. In knappen Worten erklärte ich ihr unsere Finanzlage, die sich in diesem Jahr drastisch verschlechtert hat, nachdem einzelne langjährige Sponsoren ihre Mittel kürzen mussten oder ganz abgesprungen sind. Wenn wir Glück haben, schafffen wir nochmals einen schwarzen Abschluss.
Die Dame wirkte etwas eingeschnappt und legte kurz angebunden auf. Ich weiss nicht, ob der Ex-Manager Manser für seine Empfehlung, mich anzurufen, eine Provision kassiert hat. Wie er auf die Idee gekommen ist, bei uns könnte etwas zu holen sein, ist mir noch immer schleierhaft. Ein gewisser Zynismus haftet dem Vorgang durchaus an. 04/3 Kleine SchritteEngland geht voran mit konkreten, handfesten Massnahmen zum Schutz der Jugendlichen vor "falscher" Ernährung. Zahlreiche Gemeinden und Distrikte in London und in anderen Städten - so berichtet der Guardian - haben begonnen, in ihrer eigenen lokalen Verantwortung Massnahmen zu ergreifen, die pragmatisch umgesetzt werden. Die Bandbreite ist beachtlich:
Für den Betrieb von neuen Fast-Food-Verkaufsständen wird in einem gewissen Umkreis von Schulen keine Bewilligung mehr erteilt; die Betreiber bestehender Läden werden in gesundheitsförderlicher Ernährung geschult. Pizza- und Kebab-Stände werden unentgeltlich beraten, wie sie ihre Speisen mit weniger Fett und weniger Salz zubereiten können.
In Liverpool haben sich 20 Take-Away-Restaurants freiwillig zusammengeschlossen, um gemeinsam, mit Unterstützung der Stadtbehörden, eine Gesünder-Essen-Aktion zu starten, in Zusammenarbeit mit der Universität. Dabei geht es darum, mit wissenschaftlicher Hilfe neue Gerichte zu entwickeln, die schmackhaft und bekömmlich sind, nachdem die Analyse von 300 verschiedenen Speisen einen erschreckend hohen Anteil an Salz, gesättigten Fettsäuren und Kalorien gezeigt hatte. So enthielt z.B. ein chinesisches Rindfleisch-Gericht ganze 28 Gramm Salz, den fünffachen Tagesbedarf eines Erwachsenen!
Die Gesundheitsbehörden haben eingesehen, dass es wenig nützt, dem Leuten zu sagen, sie sollten gesünder essen oder das Ungesunde meiden... Viel wirkungsvoller sei es, die Angebote still und leise zu modifizieren, ohne gross darüber zu sprechen, so dass die Bevölkerung es gar nicht realisiere, sofern es gelingt, den Geschmack zu behalten. Die ganze Entwicklung wird wissenschaftliche beobachtet und begleitet. Geplant sind auch Merkblätter für die Anbieter, die es ihnen erlauben, ihre Produkte sukzessive und Schritt für Schritt zu verbessern.
Einen originellen Weg beschreitet die Gemeinde Gateshead bei Newcastle: dort gibt man den Fish&Chip-Verkäufern gratis neue Salzstreuer ab, die nur noch halb so viele Löcher im Deckel haben wie üblich... Das Beispiel mache Schule, heisst es.
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